Wie diese Freundschaft ist
Stier und Schütze lernen sich meist nebenbei kennen, etwa über gemeinsame Bekannte, im Sportkurs oder im Büro. Der Stier wirkt anfangs ruhig und abwartend, der Schütze legt dagegen sofort los, fragt nach und erzählt von der letzten Reise. Das gefällt beiden: Der Stier fühlt sich vom offenen Schwung mitgenommen, der Schütze merkt, dass sein Gegenüber wirklich zuhört. Astrologisch stehen die Zeichen im Quincunx, einem Winkel von 150 Grad. Er steht für wenig Gemeinsames und dafür, dass man sich immer wieder aufeinander einstellen muss.
Der Stier gehört zum Element Erde und zur festen Qualität. Fest heißt: Er bleibt gern bei dem, was sich bewährt hat. Der Schütze ist Feuer und veränderlich, also anpassungsfähig und immer auf der Suche nach dem Nächsten. Erde will Greifbares, Feuer will Begeisterung. Im Alltag zeigt sich das schon beim Samstagsplan: Der Stier denkt an das Lieblingslokal und danach an das Sofa, der Schütze an eine Wanderung in einer Gegend, die er noch nie gesehen hat. Oft landen die beiden bei einem Kompromiss, etwa einer Tour mit gutem Picknick.
In schwierigen Phasen ergänzen sie sich auf eigene Art. Der Stier kommt vorbei, kocht etwas und bleibt, so lange es nötig ist. Der Schütze bringt Zuversicht, neue Blickwinkel und manchmal einen Plan, an den vorher niemand gedacht hat. Allerdings sagt er vielleicht zu schnell „Wird schon“, während der Stier zuerst Verständnis braucht. Wie gut das klappt, zeigt erst das ganze Geburtshoroskop, vor allem Mond (Gefühlswelt) und Merkur (Denk- und Sprechweise). Sie verraten mehr als das Sonnenzeichen allein.
Was sie verbindet
Stier und Schütze gleichen die Schwächen des anderen aus. Der Stier gibt Halt, Ruhe und Genuss: Er merkt sich, was dem Freund wichtig ist, und ist da, wenn es zählt. Der Schütze bringt Weite, Humor und Mut zum Ausprobieren und holt den Stier aus Gewohnheiten, ohne ihn zu drängen. Beide sind auf ihre Weise ehrlich, der Stier verlässlich in Taten, der Schütze offen in Worten. Das schafft Vertrauen, sobald sie den Stil des anderen richtig lesen. Gespräche drehen sich oft um Essen, Reisen, Natur und Lebensfreude, denn beide genießen gern. Der Schütze wird vom Jupiter regiert, dem Planeten für Wachstum und Zuversicht, und steckt andere mit Optimismus an. Der Stier wird von der Venus regiert, dem Planeten für Genuss und Verbundenheit, und sorgt dafür, dass man es sich dabei schön macht. So entsteht eine Freundschaft, in der man voneinander lernt.
Wo es reibt
Die größte Reibung liegt im Tempo. Der Schütze sagt ein Treffen kurzfristig ab, wenn etwas Spannenderes auftaucht, und der Stier fühlt sich übergangen. Der Stier hält an Plänen fest und reagiert auf Änderungen mit Sturheit, was der Schütze als Enge erlebt. Auch im Umgang mit Geld gehen die Haltungen auseinander: Der Stier plant und legt gern zurück, der Schütze gibt großzügig aus und geht Wagnisse ein. Dazu kommt die Art zu sprechen. Schützen sagen manchmal taktlos, was sie denken, Stiere tragen Kränkungen lange mit sich herum, ohne viel zu sagen. Dann staut sich Ärger, der plötzlich hochkommen kann. Weil das Quincunx keine natürliche Verständigung mitbringt, kann es sich anfühlen, als spräche man verschiedene Sprachen. Das ist kein Urteil über die Freundschaft, nur ein Hinweis, dass sie ein wenig Übersetzungsarbeit braucht.
So bleibt die Freundschaft stark
Plant Treffen früh und lasst trotzdem Platz für Spontanes, zum Beispiel einen festen Abend im Monat und einen bewusst freien. Der Schütze kann kurz Bescheid geben, wenn sich etwas ändert, statt einfach abzutauchen. Der Stier darf Unmut früh ansprechen, bevor er sich anstaut, und gelegentlich Ja zu etwas Unbekanntem sagen. Sucht Unternehmungen, die beides verbinden: Wandern mit Picknick, einen Kochabend mit Gerichten aus fernen Ländern oder einen Ausflug mit einer gemütlichen Unterkunft. Nehmt Direktheit nicht persönlich und Langsamkeit nicht als Desinteresse. Und fragt einander ruhig: Brauchst du gerade Nähe oder Anregung? Diese eine Frage nimmt vielen Missverständnissen die Schärfe.